Streaming-Abmahnung von Waldorf Frommer wegen Nutzung der Popcorn Time App – was tun?

Haben Sie eine Streaming-Abmahnung wegen der Nutzung der Popcorn Time App erhalten?

Sie sollten die Abmahnung in keinem Fall unbeachtet lassen. Es sollte jedoch auch nicht sofort gezahlt werden. Auch die beigefügte Unterlassungserklärung sollte nicht unterschrieben und zurückgeschickt werden.

Seit neuestem beschränkt sich das illegale Streaming von Filmen und Serien über das Internet nicht mehr nur auf Laptop und PC sondern ist mittlerweile auch über Smartphone und Tablet, z.B. mit der „Popcorn Time“ App möglich.

Unfraglich stellt dies trotzdem eine Urheberrechtsverletzung dar und kann den Nutzer teuer zu stehen kommen. Zwar ist die App für jedermann unkompliziert über den PlayStore zugänglich (nach aktuellem Stand hat Google die App bereits aus dem PlayStore verbannt – Nachfolgeversionen sind aber weiterhin downloadbar) und vermittelt nach außen einen seriösen Eindruck – das hierüber angebotene Streaming von neuesten Kino-Blockbustern bleibt weiterhin illegal und kann eine teure Abmahnung nach sich ziehen. Nachfolgend soll zunächst erläutert werden, wie eine App im Stil von Popcorn Time funktioniert und was ein Benutzen illegal macht und welche Punkte nach Erhalt einer Abmahnung beachtet werden sollte.

 

Wie genau funktioniert die Popcorn Time App?

Aus Filesharing-Netzwerken, in welchen von Personen illegal beschaffte Filmkopien hochgeladen werden, können mithilfe der BitTorrent-Technik neueste Filme und Episoden aus TV-Serien in HD-Qualität vom Smartphone oder Tablet angeschaut („gestreamt“) werden. Sinn eines BitTorrent-Netzwerks ist, die zum Anschauen einer Datei benötigten Daten nicht nur zu empfangen, sondern bereits empfangene Daten wiederum für andere zur Verfügung stellen, um durch die zahlreichen Download-Quellen eine schnellere Verbindung ermöglichen zu können. Genau dieses Bereitstellen von urheberrechtlich geschützten Filmen, Liedern und Programmen ist nach deutschem Urheberrecht widerrechtlich.

Insofern unterscheidet sich das Streaming maßgeblich von den im Dezember bekannt gewordenen Fällen („Red-Tube“-Abmahnungen). Werden auch nur Teile eines gestreamten Film anderen Nutzern zur Verfügung gestellt, ist das Streamen nicht rechtmäßig und stellt eine Urheberrechtsverletzung dar.

 

Abmahnungen durch Waldorf Frommer – nicht unbeachtet lassen

In den letzten Tagen erreichten etliche Smartphone-Nutzer mit Popcorn Time App Streaming-Abmahnungen der Kanzlei Waldorf Frommer. Eine solche Abmahnung, insbesondere bei einer möglichen Urheberrechtsverletzung sollte in jedem Fall ernst genommen werden!

Die Abmahnung zunächst einige Tage bei Seite zu legen und abzuwarten ist hier der falsche Weg, denn in den aller meisten Fällen verlangen die Abmahnschreiben eine Beantwortung innerhalb kürzester Zeit. Die teils unverschämt kurzen Fristen von 3-4 Werktagen sind leider üblich und rechtmäßig. Jedoch besteht die Möglichkeit, um sich zunächst rechtlich beraten lassen zu können, einen Fristaufschub beim Abmahnenden zu erbitten. Hier sind 10-14 Tage realistisch.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass direkt nach Erhalt einer solchen Abmahnung der eingeforderte Betrag umgehend bezahlt werden sollte. Denn sollte es im Zweifelsfall um den Beweis der Urheberrechtsverletzung gehen, kann die Zuordnung der IP-Adresse zum richtigen mobilen Endgerät zumindest schwierig werden. Besonders wenn es sich um augenscheinlich sehr hohe Forderungen handelt, sollten Betroffene sich für eine Abwehr oder eine Senkung der Forderungen auf die Unterstützung eines spezialisierten Rechtsanwalts setzen.

 

Mit Unterlassungserklärung warten

Was aber unbedingt vermieden werden sollte, ist die jedem Abmahnschreiben stets beigelegte Unterlassungserklärung in ihrer unveränderten Form zu unterzeichnen und zurückzusenden. Mit diesem Schreiben verpflichtet sich der Adressat, nicht erneut illegal die Inhalte des Rechteinhabers zu nutzen. Zwar sind solche Erklärungen nach Wunsch des Abmahnenden vom Abgemahnten zu unterschreiben. Jedoch gehen sie in ihrem Inhalt meistens deutlich zu weit und würden den Betroffenen besonders stark einschränken. Daher ist es ratsam, eine abgeänderte, schwächere Version einer Unterlassungserklärung, z.B. mithilfe eines spezialisierten Rechtsanwalts, aufzusetzen und erst diese zurückzusenden.

 

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