Abmahnungen wegen Filesharing als ZIP-Datei erhalten – Achtung Fake!

Angebliche Forderungen wegen eines Verstoßes gegen den § 19a UrhG über bis zu 500 Euro wurden offenbar auf dem E-Mail-Weg an tausende deutsche Postfächer versendet. Anscheinend haben unzählige Internetnutzer seit heute morgen als Abmahnung wegen Filesharings getarnte E-Mails in ihrem Postfach gehabt, bei welchen die Namen bekannter Abmahnkanzleien als Absender angegeben wurde. Dies führte bei vielen Betroffenen zu Verunsicherung, insbesondere wenn die Namen der Rechtsanwälte recherchiert und als tatsächlich existent eingeordnet wurden. Im Anhang der besagten E-Mails befindet sich sodann eine ZIP-Datei, welche in keinem Fall geöffnet werden sollte. Laut Mail sollen sich hierin weitere Informationen zu der Forderung und der Abmahnung wegen Filesharings befinden. Diese enthält jedoch einen sogenannten Trojaner, also Schadsoftware, die unter anderem Passwörter auf dem Computer ausspionieren kann. Die in den Betrügermails genannten, zahlreichen Kanzleien distanzieren sich bereits hiervon, was jedoch bereits für viele Internetnutzer zu spät gekommen ist.
Zu diesen betroffenen Anwälten und Kanzleien gehören unter anderem: RA Philipp Marquort, RA Carsten Peter, Anwaltskanzlei Kruse, RA Markus Meier, Kanzlei Scheuermann, Westerhoff, Strittmatter, Anwälte Schutt Waetke, RA Dr. Ulrich Bente und RA Jan Spieldenner der Kanzlei Sasse & Partner.

 

Abmahnungen kommen nicht per E-Mail

Zunächst sei gesagt: Eine (seriöse) Abmahnung wird grundsätzlich nicht per E-Mail versandt, sondern landet über den klassischen Weg im Briefkasten. Außerdem ist eine Textdatei, wie es eine Abmahnung in digitaler Form darstellt, nicht als eine ZIP-Datei verpackt. Diese werden eher für größere Datenmengen wie bei Fotos verwendet.
Zudem wird eine extrem kurze Frist angegeben, nach welcher innerhalb von 48 Stunden der genannte Betrag gezahlt werden soll, um weitere juristische Schritte zu vermeiden. Diese Frist ist als zu kurzfristig einzustufen und zeugt von fehlender Seriosität.

Neben diversen Filmen wie Pacific Rim sollen auch Musikalben illegal über eine Tauschbörse heruntergeladen worden sein. Hierzu zählen nach aktuellen Informationen James Blunt („Moon Landing“), Armin van Buuren („Intense“), Jay-Z („Magna Carta Holy Grail“), Black Sabbath („13“) oder auch Bullet for my Valentine („Temper Temper“), die im Laufe der letzten Woche unter Angabe einer angeblichen IP-Adresse und einer Uhrzeit bezogen worden sein sollen. Diesen E-Mails sollte keine Beachtung geschenkt werden.
Interessant ist zudem, welche Ziele die für die Fake-Mails Verantwortlichen mit dem Trojaner verfolgen. Zuletzt ist aus anderen Fällen bekannt geworden, dass teils zigtausende Passwörter ausgespäht wurden, die unter anderem für Online-Banking und Online-Shopping verwendet werden, bei deren Missbrauch ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden denkbar ist. Ich rate daher dringend, nicht auf E-Mails, welche eine angebliche Abmahnung wegen Filesharings beinhalten, einzugehen, diese zu öffnen oder gar den Anhang herunterzuladen. Eine seriöse Kanzlei wird keine solche Forderungsschreiben auf dem elektronischen Weg versenden und hierdurch Geld einfordern.

 

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