Beweislast eines Kaufabschlusses auf eBay liegt beim Verkäufer

Ein Verkäufer hatte im März 2010 sein Motorrad zum Verkauf auf der Auktionsplattform eBay angeboten. Das höchste Gebot wurde von einem eBay-Mitglied abgegeben, der unter einem Pseudonym ein Mitgliedskonto unterhielt. Nach Ende der Auktion forderte der Käufer vom Beklagten die Erfüllung des Kaufvertrages. Dieser bestritt jedoch, das Gebot abgegeben zu haben. Er erklärte, dass sein Mitgliedskonto von Unbefugten ‚gehackt‘ worden sein muss.

Der Verkäufer klagte daraufhin auf Schadensersatz. Die Klage wurde vom LG Bremen und in der Revision vom OLG Bremen abgelehnt, mit der Begründung, dass zwischen den Parteien kein Kaufvertrag zustande gekommen sei. Der Kläger sei im vorliegenden Fall in der Nachweispflicht, dass das Gebot tatsächlich vom Beklagten persönlich abgegeben worden sei. Der Umstand allein, dass das Gebot vom entsprechenden Mitgliedskonto abgegeben wurde, reiche als Beweis nicht aus.

Die Sicherheitsstandards im Internet lassen es nicht zu, um von demjenigen, der ursprünglich ein geheimes Passwort verwendet hat, auf einen späteren Verwender desselben Passwortes zu schließen. Wenn ein Mitgliedskonto von einem unbefugten Dritten genutzt wird, ist der Verkäufer ebenfalls in der Nachweispflicht, dass der Käufer unvorsichtig mit seinen Zugangsdaten umgegangen ist, um Anspruch auf Schadensersatz zu haben.

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