Gekauftes Ranking auf Hotelbuchungsportalen ist irreführend

Nach einem Urteil des LG Berlin darf ein Hotelbuchungsportal nicht mit gekauften Rankings werben.

Der Betreiber eines Internetportals hatte Betreibern von Hotels angeboten, das Ranking in der Kategorie „Beliebtheit“ durch entsprechende Provisionen positiv zu beeinflussen. Dies wurde vom LG Berlin als Manipulationsversuch gewertet und damit für wettbewerbswidrig erklärt.Ein Verbraucher, der sich in dieser Kategorie nach guten Angeboten umsehen will, erwartet eine solche Sortierung nicht.

Das Gericht hat entschieden, dass der Verfügungsantrag begründet ist. Die Anstragstellerin kann Unterlassung wegen Irreführung beantragen. Der Umstand, dass sich der Antragsgegner in den Niederlanden befindet, spielt bei der Urteilsfindung keine Rolle, da Irreführung auch über die Landesgrenzen hinaus verboten ist.

Auch der Einwand, dass sie im Gegenzug auch nicht damit werbe, dass sich die Sortierung in der Kategorie „Beliebtheit“ lediglich aus den Gästebewertungen ergibt, kann nicht zu einem anderen Ergebnis führen. Der Verbraucher erwartet in keinem Falle, dass sich das Ranking aus den Zahlungen der Hotels ergebe.

LG Berlin, 25.8.2011, 16 O 418/11

 

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