Schadensersatz

Ein weiterer Anspruch im Rahmen einer Urheberrechtsverletzung bildet der Schadensersatzanspruch, § 97 Abs. 1 UrhG. 

Zu erstatten ist in diesem Zusammenhang regelmäßig der entstandene Schaden. Die Entstehung eines Schadens ist stets nachzuweisen. Aus diesem Grund werden im Bereich der Urheberrechtsverletzungen im Internet vielfache Analogien herangezogen, um den konkret durch die unerlaubte Veröffentlichung eines Werks entstandenen Schaden zu bestimmen. Verlangt werden kann entweder der Betrag, der für die wirksame Erteilung einer Lizenz hätte entrichtet werden müssen. Alternativ kann aber auch der Betrag in Ansatz gebracht werden, den der in seinen Rechten verletzte Inhaber der Nutzungs- und Verwertungsrechte in gleichgelagerten Fällen bereits verlangt hat. Diese Beträge liegen regelmäßig über denen der Lizenzanalogie. 

Im Bereich der Urheberrechtsverletzungen an Bildern werden beispielsweise die sogenannten Honorarempfehlungen Fotomarketing (MFM-Tabellen) herangezogen. Innerhalb dieser Tabellen werden konkrete Geldbeträge ausgewiesen, die für die Verwendung über verschiedene Zeiten auf verschiedenen Plattformen regelmäßig veranschlagt werden. Die Honorarempfehlungen werden in nahezu jeder Abmahnung in Ansatz gebracht, in der Rechte an Bildern verletzt wurden. Viele Gerichte betrachten die darin ausgewiesenen Beträge gegenüber Verbrauchern als überhöht und nicht anwendbar. 

Bei Filesharing-Abmahnungen variieren die Schadenersatzforderungen von Gericht zu Gericht. Das Landgericht Hamburg hat im Jahr 2010 den Schadensersatz pro Musikwerk auf 15,00 Euro festgesetzt. Dabei bleibt allerdings festzuhalten, dass Gegenstand dieser Entscheidung ältere Musikwerke waren, sodass diese Entscheidung nicht als Maßstab herangezogen werden kann. Von der Mehrzahl der Gerichte wird als angemessener Schadensersatz für einen Musiktitel ein Betrag von ca. 150,00 Euro festgesetzt. Für einen Film sind es in der Regel 300,00 Euro. Eine klare Linie ist hier allerdings nicht zu erkennen. 

 

Bundesweite Interessenvertretung!

Kanzlei für Wettbewerbs-, Internet,- Urheber- und Medienrecht

fon: 040 - 357 30 633 | fax: 040 - 357 30 634 | mail@kanzlei-wrase.de

Mo

Anwalt in Hamburg mit bundesweiter Interessenvertretung in den Bereichen Medien- und Urheberrecht, Wettbewerbsrecht, Internetrecht, Markenrecht und Forderungsmanagement.

© 2016 Kanzlei Wrase. All rights reserved

Kanzlei Wrase hat 4.9 von 5 Sterne | 96 Bewertungen auf ProvenExpert.com